Sinkende Richtpreise für Bio-Körnermais und Futtergetreide für Schweine

An der diesjährigen Richtpreisrunde haben die Vertretungen der Bio-Produzent:innen und der Mischfutterhersteller beschlossen, die Richtpreise für die Mehrheit des Bio-Futtergetreides für die Ernte 2026 zu senken.

Vor dem Hintergrund der Überproduktion von Bio-Körnermais im Jahr 2025 wurden an der Richtpreisrunde für Bio-Körnermais weitere Massnahmen beschlossen. Im April wurde bereits entschieden, einen Rückbehalt von 10 Franken einzuführen. Ergänzend dazu wurde nun eine Richtpreissenkung von einem Franken beschlossen, kombiniert mit einer Erhöhung des Abzugs «Förderbeitrag Körnerleguminosen» von 1.50/dt auf 3.–/dt. Der ausbezahlte Preis für die Ernte 2026 sinkt damit von 81.50/dt auf 79.–/dt. Der erhöhte Abzug Förderbeitrag Körnerleguminosen dient der Finanzierung der Preissenkung bei Soja.

Richtpreise & Förderbeiträge Körnerleguminosen für Bio-Futtergetreide 2026

 Preise 2025 (in CHF/dt)Preise 2026 (in CHF/dt) *
Futterweizen 89.0089.00
Gerste78.0076.00
Hafer 68.0066.00
Triticale 79.0077.00
Körnermais 83.0082.00
Futterroggen 78.0076.00
Eiweisserbsen97.00 + 3.00 = 100.0097.00 + 3.00 Förderbeitrag = 100.00
Ackerbohnen100.00 + 3.00 = 103.00100.00 + 3.00 Förderbeitrag = 103.00
Lupinen129.00 + 15.00 = 144.00129.00 + 15.00 Förderbeitrag = 144.00
Soja150.00 + 18.00 = 168.00141.00 + 27.00 Förderbeitrag = 168.00
Mischkultur Körnerleguminosen mit GetreidePreis gemäss gewichtetem Durchschnitt aus beiden Komponenten

* Von diesen Preisen werden noch die Beiträge zur Förderung der Körnerleguminosen abgezogen. Diese betragen 1.50/dt für Futtergetreide und Körnerleguminosen und 3.00/dt für Körnermais.

Die auslaufende Ausnahmeregelung zum erlaubten Anteil an ausländischen Eiweisskomponenten im Mischfutter von Wiederkäuern (10% bis 31.12.2026, 5% bis 31.12.2028) übt Druck auf die Mischfutterpreise aus. Um den Milchviehbetrieben entgegenzukommen, wurde der Richtpreis für Soja um 9 Franken gesenkt. Da Körnerleguminosen weiterhin nachgefragt sind, konnte der ausbezahlte Preis mit einer Erhöhung des Förderbeitrags von CHF 18.–/dt auf CHF 27.–/dt auf Vorjahresniveau gehalten werden und beträgt weiterhin 168.-/dt. Bei den anderen Körnerleguminosen bleiben die Richtpreise unverändert.

Die rückläufige Nachfrage nach Schweinefleisch sowie die weiterhin hohen Produktionskosten führten zu Forderungen nach Preissenkungen beim Futtergetreide. In der Schweinehaltung macht die Fütterung rund die Hälfte der Produktionskosten aus. Durch gezielte Preissenkungen bei den Kulturen, die einen hohen Anteil im Schweinefutter haben, soll eine Entlastung der Schweinebetriebe erreicht werden. Vor diesem Hintergrund wurde für Futterroggen, Gerste, Hafer und Triticale eine Richtpreissenkung um jeweils 2 Franken beschlossen.

Bio-Futterweizen bleibt weiterhin gefragt und zählt zu den am häufigsten importierten Futtergetreiden. Aus diesen Gründen wurden keine Richtpreisänderungen beschlossen.

Auswuchsgetreide

Auch bei den Auswuchsgetreiden wurden die Richtpreise gesenkt. Für Roggen wurde eine Preissenkung um 2 Franken und für Dinkel um 6 Franken beschlossen. Die Richtpreise betragen damit für Weizen 85.00 CHF/dt, für Roggen 76.00 CHF/dt und für Dinkel 52.00 CHF/dt. Bei grossen Mengen wird der effektive Preis jeweils nach Absprache mit dem Abnehmer festgelegt.

Vermarktungseinschränkungen für Umstell- und Importkörnermais

Basierend auf der letztjährigen Körnermaisernte, der prognostizierten Anbaufläche, dem Bedarf der Mischfutterhersteller sowie dem aktuellen Stand der Kulturen wurde beschlossen, die Vermarktung von Körnermais einzuschränken. Ab dem 1. Juli gilt eine Importeinschränkung für Bio-Körnermais. Umstellware wird unter konventionellen Bedingungen abgenommen, falls das Angebot von Bio-Körnermais die Nachfrage übertrifft.

Bei den restlichen Kulturen wurden keine Einschränkungen für die Vermarktung von Umstell- und Importgetreide beschlossen. Im Gegenzug haben die Mischfutterhersteller zugesichert, die inländische Produktion prioritär abzunehmen und Schweizer Ware grundsätzlich vor Importware einzusetzen.

Übernahmebedingungen

Auch bei der Vermarktung der diesjährigen Ernte gelten in erster Linie die Übernahmebedingungen von Bio Suisse und ergänzend diejenigen von swiss granum.

Aktuelle Preise und Übernahmebedingungen: www.bioaktuell.ch

22. Mai 2026
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